Freitag, 22. August 2014

[Rezension #32] Sannah & Ham von Tom Ellen & Lucy Ivison

Hallöchen!

Heute gibt es bei mir die Rezension zu "Sannah & Ham" und der Großteil von euch hat ja sicherlich von der Bloggeraktion auf http://www.chickenhouse.de/ gehört. Auch ich habe teilgenommen und für das Buch hat es sich doch durchaus gelohnt!
Meine Rezension folgt genau hier - die zweite Meinung findet ihr unter Pausenmusik


Kurzinformationen

Titel: Sannah & Ham
Autor: Tom Ellen & Lucy Ivison
Seiten: 393 Seiten
Preis: 14,99€
Verlag: Chickenhouse
ISBN: 978-3-551-52066-1


Klappentext

Als ich aus der Toilette kam, stand ein Typ dort, der mich komisch anschaute. Wahrscheinlich hielt er mich für eine arme Irre, die sich selber Mut zusprach. O Gott, womöglich hatte der Typ durchs Schlüsselloch geguckt. Oder er dachte, dass mir schlecht war und ich die ganze Zeit wie eine Blöde geredet hatte, um nicht kotzen zu müssen. Der Gedanke versetzte mich in Panik.
Ich hab nicht gekotzt!“, stieß ich hervor.


Meine Meinung

Zu Beginn hatte ich wirklich meine Bedenken, ob es mir so gut gefallen würde, ein Buch zu lesen, das von zwei Autoren aus zwei verschiedenen Sichten geschrieben ist. Ich hatte befürchtet, dass es den Lesefluss stört, wenn zwei unterschiedliche Schreibstile aufeinanderstoßen, allerdings haben sich meine Befürchtungen nun wirklich nicht bewarheitet.
Beide Autoren und die Sichtweisen ihrer beiden Charaktere haben sehr gut miteinander harmoniert und der Lesefluss wurde nicht behindert. Es war alles sehr angenehm verfasst, sodass die Seiten nur so vorbeirasten.

Die Charaktere haben sich alle sehr unterschiedlich gestaltet. Dabei hatte ich aber mit der Mädchenclique durchaus meine Probleme, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass sie so gar nicht zusammen passten. Vor allem Stella hat mir so gar nicht in den Kram gepasst und ich hätte Hannah doch gerne gesagt, dass sie ihr gegenüber endlich einmal konsequent sein soll und mir gewünscht, dass sie sich auch in der Konfrontation etwas mutiger verhalten würde und nicht nur „hinter ihrem Rücken“. Trotzdem zeigt der Roman wohl sowohl Mädchen- als auch Jungscliquen, sie sie wohl wirklich sind. Es gibt die ganz typischen Rollen, die bei Mädchen und Jungen ganz unterschiedlich ausfallen.
Was allerdings im Vordergrund steht ist ja das Annähern zwischen Sannah und Ham, was ich finde, sehr gelungen ist. Zwischen beiden kommt es sehr häufig zu Missverständnissen und gerade deshalb finde ich die beiden Perspektiven sehr praktisch.
Insgesamt sind Hannah & Sam wohl die sympathischsten Charaktere des Romans, weil ganz deutlich wird, dass sie die Anforderungen, die sie sich untereinander in ihren Cliquen stellen, eigentlich gar nicht erfüllen möchten, sich aber doch sehr leicht unter Druck setzen lassen. Als Leser konnte ich aber doch deutlich merken, wie wohl die beiden sich miteinander fühlten und das war durchaus sehr schön zu lesen.

Im Allgemeinen muss man sich wohl der Sache bewusst sein, dass es in diesem Roman hauptsächlich um das erste Mal geht. Ich finde allerdings, dass alles sehr sympathisch verpackt wurde, zumindest im Fall von Hannah und Sam und man wünscht den beiden nur, dass es irgendwann auch bei ihnen klappen wird.
Als kleinen Kritikpunkt könnte man letztlich noch anmerken, dass es mir persönlich an manchen Stellen etwas zu schnell ging und manche Begegnungen wohl wirklich etwas zu zufällig waren – ich möchte damit beispielsweise auf das Festival andeuten, das beide Gruppen besuchen.
Das wundervolle Ende konnte für mich aber alle Kritikpunkte übertreffen, weil alles sehr locker wird und es deutlich wird, dass eine große Anspannung von Hannah und Sam abfällt.
„Sannah & Ham“ ist ein Roman, der ein stereotypes Bild der Teenager-Zeit zeichnet und deutlich werden lässt, was in dieser Zeit wichtig für beide Seiten ist und auch in der Umsetzung ist meiner Meinung nach alles sehr gut gelungen.



Dienstag, 5. August 2014

[Rezension #31] Das Dorf der Lügen von Barbara Wendelken

Kurzinformation

Titel: Das Dorf der Lügen
Autor: Barbara Wendelken
Seiten: 432 Seiten
Preis: 9,99€
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 978-3-492-30473-3



Klappentext

Ein Albtraum für Polizeikommissarin Viktoria Engel: Sie erschießt im Dienst einen Unschuldigen, den 16-jährigen Rouven Kramer. In ihrer Not inszeniert sie die Tat, als hätte sie aus Notwehr gehandelt, doch die Dorfbewohner hegen Zweifel. Als kurze Zeit später eine weitere Leiche auftaucht, bizarr inszeniert wie Rouvens Tod, bricht eine Welle von Misstrauen über das Dorf herein, bis sich niemand mehr vor dem anderen sicher fühlt …

Meine Meinung

„Das Dorf der Lügen“ ist ein Regionalkrimi, dessen Handlung in Martinsfehn – in der Nähe von Leer – stattfindet. Für mich hörte sich der Klappentext wirklich sehr interessant an, weshalb ich es unbedingt lesen wollte. Im Endeffekt bin ich aber doch vielleicht nicht so begeistert, weil der Roman für mich einige Schwachpunkte aufweist.
Zum Einen war mir die, wie ich zunächst annahm, Protagonistin Viktoria Engel von Anfang an wirklich unsympathisch. Für mich wird sie wie eine Frau dargestellt, die für ihr Karriere über Leichen geht und sich auch gerne einmal dumm stellt. So zieht sie auch einen ihrer Kollegen in die inszenierte Tat um den Mord an Rouven Kramer hinein.
Der Charakter Viktoria Engel ist für mich aber leider nicht der einzige, der deutliche Schwächen aufweist. Insgesamt kann ich sagen, dass sie mir alle etwas oberflächlich und schwach erschienen und auch Renke Nordmann machte es mir beim Lesen nicht wirklich einfach. Der Roman handelt in weiten Teilen davon, dass die Polizei in Martinsfehn kein gutes Ansehen genießt seit Rouven Kramers Tod, was ich auf Dauer doch eher unspannend fand.

Zusätzlich finde ich auch, dass die freundschaftliche Beziehung zwischen Renke und Nola irgendwie aufgesetzt wirkt. Zwischen beiden herrscht ein ständiges Hin und Her und ich muss sagen, dass mir die Szenen, in denen Nola Renke wegstößt besser gefallen, als die zeitweilige Harmonie zwischen beiden.
Trotzdem habe ich sehr lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass Renke und Nola die Rollen der Protagonisten einnehmen, da der Roman vor allem zu Beginn viele verschiedene Handlungsstränge verfolgt und viele verschiedene Personen zu Wort kommen lässt.

Ehrlich gesagt ist das Ende des Krimis das einzige, was für mich einiges wieder gut macht an allem. Die Autorin schafft es, dass man als Leser bis zum Ende wirklich noch im Unklaren darüber ist, wer die Morde begangen haben könnte. Vor allem der Showdown zwischen Nola und dem Mörder fand ich sehr spannend, auch wenn die Autorin meiner Meinung nach zu einem überspitzten Schreibstil neigt.
Mir ist jedoch aufgefallen, dass das eigentliche Verbrechen, nämlich den vertuschten Mord von Viktoria Engel, nicht wirklich aufgedeckt wird und das finde ich persönlich sehr schade, da ein Großteil der Handlung viel mehr vom Rouven Kramer, als von den weiteren Ermordeten handelt und ich finde, dass er eine größere Rolle einnimmt.

Der Roman wird mit einem so offenem Ende abgeschlossen, dass man beinahe davon ausgehen könnte, dass es mit dem Ermittler-Duo Renke und Nola noch einmal in eine zweite Runde geht. Meiner Meinung nach bietet das Privatleben der beiden und die Beziehung zueinander auch noch einiges an Potentiel, um einen zweiten Roman zu füllen.


Vielen Dank an den Piper Verlag für das RE!

Freitag, 1. August 2014

Lesemonate Juni & Juli

Hello Peeps!

Da ich den Lesemonat Juni auch schon wieder vollkommen verschwitzt habe, er in meinen Augen aber doch recht erfolgreich war, möchte ich diesen zusammen mit dem Lesemonat Juli noch nachreichen.

Juni

1. Kind 44 - Tom Rob Smith
2. Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand - Derek Landy
3. Engel der Nacht - Becca Fitzpatrick
4. Lasst Knochen sprechen - Kathy Reichs
5. Blutspur - Kim Harrison (pausiert nach 333 Seiten)

Insgesamt macht das 1905 Seiten im Juni. Auf dreißig Tage verteilt sind das 63,5 Seiten am Tag. Allerdings wird meine Statistik ein bisschen durch meinen viertägigen Hurricane-Besuch getrübt, da ich dort natürlich alles andere, als Zeit zum Lesen hatte. Trotzdem ist das auch gut so, wie es war und ich bin doch zufrieden mit meinem Lesemonat Juni. Die beiden Bücher "Engel der Nacht" und "Lasst Knochen sprechen" habe ich aber doch versäumt, zeitnah zu rezensieren, sodass ich dies wohl auch auslassen werde.
Insgesamt gab es im Monat Juni zusammengefasst eine Wertung von 4,2 Herzen.

Juli

1. Der Fall Eduard Einstein - Laurent Seksik
2. Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir - Abigail Gibbs
3. Rising Darkness - Schattenrätsel - Thea Harrison
4. Das Dorf der Lügen - Barbara Wendelken

Im Juli habe ich insgesamt 1711 Seiten gelesen. Das macht am Tag 55,2 Seiten und ich bin ein bisschen erstaunt darüber, dass es weniger ist, als im Juni, aber dadurch, dass ich im Juli zwei Bücher mit vollen 5 Herzen bewerten konnte, bin ich eigentlich sehr zufrieden. Das waren auch die ersten beiden Bücher, die ich diesen Monat gelesen habe.
Das letzte Buch "Das Dorf der Lügen" konnte mich stattdessen gar nicht begeistern und so kommt es insgesamt zu einer durchschnittlichen Wertung von 4,3 Herzen.

Das war es jetzt mit meinen Lesemonaten Juni & Juli und ich hoffe auf einen erfolgreichen August, in dem ich dann vielleicht wirklich einmal etwas von meinem SuB abbauen kann, der mir wohl langsam über den Kopf steigt (aktueller Stand: 323 ungelesene Bücher).

Montag, 28. Juli 2014

[Rezension #30] Rising Darkness - Schattenrätsel von Thea Harrison

Kurzinformation

Titel: Rising Darkness – Schattenrätsel
Autor: Thea Harrison
Seiten: 347 Seiten
Preis: 9,99€
Verlag: LYX Egmont
ISBN: 978-3-8025-9412-0



Klappentext

Ihr ganzes Leben leidet die Ärztin Mary schon unter merkwürdigen Träumen, aber in letzter Zeit haben diese an Intensität zugenommen und zehren zunehmend an ihren Kräften. Als Unbekannte sie angreifen, kommt ihr der Krieger Michael zur Hilfe. Er offenbart ihr, dass sie einst seine Seelengefährtin war und zu einer Gruppe von Unsterblichen gehört, die im Laufe der Jahrhunderte ständig wiedergeboren werden – um den Feind zu vernichten, der es nun auf Marys Leben abgesehen hat.


Meine Meinung

„Schattenrätsel“ ist ein Roman, der von der Seelenverwandschaft zwischen Mary und Michael berichtet. In diesem Leben ist Mary eine Assistenzärztin in einem Krankenhaus in St. Joe. Außerdem ist sie geschieden von Justin, der mittlerweile mit Tony zusammen ist und seine Homosexualität endlich auslebt. Marys Leben zeichnet sich dadurch aus, dass sie seit frühester Kindheit sehr reale Träume hat, in denen sie, wie sie später herausfindet, von ihren vorherigen Leben träumt.

„Mommy, ich habe einen ganz seltsamen Traum gehabt, hatte sie gesagt. Ich habe geträumt, ich wäre ein Mensch.“ (S. 155f)

Als Mary sich in die Grotte nahe ihrer früheren Universität begibt, erlebt sie etwas wie eine Erleuchtung und ist von da an in der Welt der Übersinnlichen deutlich auszumachen, da sie seit Jahren, oder seit mehreren Leben an einer großen psychischen Wunde leidet, die einen Energieverlust für sie bedeuten.
Von da an beginnt ihr Kampf gegen den Täuscher und sie begegnet Michael. Während Mary über mehrere Leben hinweg immer eine Heilerin war, war Michael immer ein Krieger. Der im Roman gegebene Vergleich des „Yin und Yangs“ ist für mich in diesem Zusammenhang sehr passend, da Mary und Michael sich stets zu ergänzen scheinen.

Für mich wird deutlich, dass Michaels Kraft größtenteils auf der körperlichen Ebene liegt, weil seine Träume, also seine Erinnerungen, meiner Meinung nach weitaus weniger konkret dargestellt sind, wie Marys. Es wird nur selten klar, was oder wer Michael in seinen früheren Leben war, während Marys Erinnerungen für mich ein sehr deutliches Bild abgeben.
Trotzdem ist Michael für mich ein sehr interessanter Protagonist. Es gibt viele Seiten oder Eigenschaften an ihm, die ambivalent zu wieder anderen sind. So ist er einerseits sehr stark und beherrscht, andererseits wirkt er aber auch immer wieder sehr verletzlich und vielleicht auch in einer gewissen Art jugendlich.

Für mich wird nicht wirklich deutlich, was Michael und Mary, sowie der Täuscher und andere Mitglieder der Gruppe konkret darstellen. Mary vergleicht sich im Roman des öfteren mit Außerirdischen, allerdings fällt mir persönlich dieser Vergleich etwas schwer.
Auffällig ist, dass viele der Gruppenmitglieder die Namen der Erzengel tragen – so gibt es Uriel, Raphael und Gabriel, zusätzlich zum Protagonisten Michael. Der Roman erklärt dies allerdings durch unter den Menschen entstandene Mythen.

Stilistisch gibt es einige Dinge an „Schattenrätsel“, die auffällig waren. Einige davon haben mich nicht wirklich gestört, andere führen für mich dazu, dass es in der Wertung Abzüge gibt.
Mary erinnert sich eine Zeit lang immer wieder an den Übergriff der beiden Drohnen des Täuschers. Diese Gedankenfetzen sind schlichte Wiederholungen des Erlebten – im gleichen Wortlaut – die in eckigen Klammern dargestellt werden. Anfangs vielleicht etwas seltsam, doch ich konnte mich gut daran gewöhnen.
Meiner Meinung nach dümpelte die Handlung aber doch sehr lange vor sich hin und erst auf den letzten vielleicht 70-80 Seiten wurde es so richtig spannend. Bis dahin baute sich alles noch auf und es ging darum, dass Mary feststellte wer sie war und wie sie zu Michael stand. Ich möchte nicht unbedingt sagen, dass das langweilig war, aber dem Leser wird doch deutlich, dass das nicht die Spitze der Handlung ist.
Erst zum Ende hin macht auch Mary eine deutliche Wandlung durch, die für mich allerdings sehr plötzlich kam. Sie nimmt sehr viel an Wissen aus ihrem früheren Leben, um sich in der Situation zurechtzufinden, aber für mich wirkt es an der Stelle irgendwie unpassend, beziehungsweise es geht alles zu plötzlich.

Der Epilog wird in der Sicht des Täuschers verfasst und bildet somit einen Cliffhanger, der die Spannung bis zum zweiten und letzten Band aufrecht erhalten soll. „Schicksalsstunde“ wird im Februar 2015 erwartet.

Für mich war die Lektüre einerseits sehr spannend und interessant, aber einige beschriebene Punkte führten doch dazu, dass ich dem Roman nicht die volle Wertung geben kann.


Vielen dank an den LYX Egmont Verlag für die Bereitstellung des REs!

Mittwoch, 23. Juli 2014

Die Welt von Shades of Grey

Die Trilogie um Christian Grey und Anastasia Steele hat bei Lesern jeglicher Altersklasse für Begeisterung gesorgt. Durch den großen Erfolg nicht nur in einer bestimmten Gruppe von Lesern wurden Tabus gebrochen, da mittlerweile wohl jeder weiß, dass die Autorin E.L. James mit Szenen aus dem BDSM-Bereich arbeitet.
Während die gesamte Trilogie sich weltweit bereits über 70 Millionen Mal verkaufte (in Deutschland ca. 5,7 Millionen Mal) und in diverse Sprachen übersetzt wurde, wird nun unter Fans auch die Verfilmung des ersten Bandes „Geheimes Verlangen“ erwartet.

„Shades of Grey“ scheint dabei kein einfaches „Fan-Phänomen“ zu sein, sondern bringt auch neuen Wind in so manche Beziehung. So werden Kurse angeboten, in denen Paare sich mit den Sexualpraktiken aus der Trilogie auseinandersetzen können und die realgetreue Umsetzung austesten können. In Zusammenarbeit mit „Amorelie“ brachte E.L. James eine Kollektion aus Augenbinden, Fesseln und anderen dafür nützlichen Gegenständen auf den Markt.
Mancher möchte sich vielleicht aber auch nicht daran probieren, aber auch für eben diese Fans bietet die Autorin eigens verschiedene Artikel passend zur Romanreihe an, die auch darin wiederzufinden sind und Ana und Christian so manche schöne Stunde bereiten.
So gibt es bereits einen Soundtrack, der aus verschiedenen im Roman namentlich erwähnten Klassik-Stücken zusammengestellt wurde, außerdem gibt es eigen kreierte Weine der Autorin.


Über die Möglichkeiten, die verschiedenen Artikeln selbst zu erwerben kann man sich bei „Secret“ informieren.

Dienstag, 22. Juli 2014

[Rezension #29] Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir von Abigail Gibbs

Kurzinformationen

Titel: Dark Heroine – Dinner mit einem Vampir
Autor: Abigail Gibbs
Seiten: 605 Seiten
Preis: 16,95€
Verlag: ivi
ISBN: 978-3-492-70297-3



Klappentext

Die 18-jährige Violet gerät in die Fänge des charismatischen Kaspar. Er ist ein Mörder. Er ist ein Vampir. Und er hat Pläne mit ihr, die die Welt aus den Angeln heben können.


Meine Meinung

Der erste Band dieser neuen Reihe war für mich ein wirkliches Lesegenuss. Die Autorin lässt die Handlung langsam beginnen und führt den Leser somit langsam in eine neue Welt, die aus verschiedenen Dimensionen besteht und viele neue Wesen birgt, von denen Violet noch gar keine Ahnung hat. Alles beginnt mitten in London, wo sie Kaspar und weiteren Vampiren begegnet, als sie gerade gegen eine Gruppe von Huntern kämpfen.
Wie es so kommen muss findet Kaspar Violet in ihrem Versteck und nimmt sie mit. Sie wird vor eine Wahl gestellt: Enweder sie verlässt das Anwesen der Varns' nie wieder oder sie wird zu einer von ihnen. Der charmante Fabian scheint ihr zunächst eine Stütze zu sein und versucht sie durch sein nettes Wesen davon zu überzeugen, eine der ihren zu werden, doch all das läuft nicht so gut, wie es laufen sollte.

Mit der Zeit entwickeln sich auch Gibbs' Charaktere immer weiter und dies ist in meinen Augen auch für den Leser deutlich zu sehen. Die Beziehungen untereinander entwickeln sich, während Violet sich nach und nach von ihrer Familie entfernt. Auch zu diesem Zeitpunkt ist bereits zu bemerken, dass Violet womöglich zu einer ganz neuen Aufgabe berufen wird. Zunächst erfährt der Leser dies durch Träume, in denen Violet immer wieder die Realität sieht. Die Autorin hat damit in meinen Augen eine sehr weitsichtige Art, zu schreiben und alle Geschehnisse ergeben in ihrem Kontext einen Sinn – es geschieht nichts plötzlich und für den Leser unverständlich.
Allerdings muss ich gestehen, dass es mir stellenweise ein paar Charaktere zuviel gibt und man vor allen bei den Ratsversammlungen schnell den Überblick verlieren kann, wer nun wer ist und in welcher Beziehung er zum Königreich der Vampire steht.

Der kleine Kreis der Protagonisten ist aber doch gut überschaubar, während der Rest für mich doch mehr eine graue Masse bleibt, mit der Violet doch so einige Probleme zu überstehen hat in diesem Roman.

Für mich ist „Dinner mit einem Vampir“ eine abwechlungsreiche Handlung, die mit einer ganz neuen Thematik daherkommt. Trotzdem zeigen sich auch einige der klassischen Elemente dieser Literatur, so zum Beispiel, dass Violet als Menschenmädchen völlig unwissend in eine ganz neue Welt gerät. Für mich wurde es aber doch sehr charmant umgesetzt und Violet ist für mich einfach eine Protagonistin, die man gerne haben muss. Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen und würde es jeder Zeit wieder tun, da man nur so durch die Seiten fliegt. Für mich hätte es auch ruhig mehr als diese 605 Seiten haben können, denn die Geschichte zwischen Kaspar und Violet ist einfach schön.
Natürlich hätte ich auch gerne noch ein bisschen mehr über Fabian und Lyla, Kaspars ältere Schwester, gewusst, aber das war wohl doch eher eine Nebenhandlung.
Jetzt freue ich mich auf den zweiten Band, der im Oktober unter dem Namen „Autumn Rose“ erscheinen soll.


Vielen Dank an den Piper Verlag, die mir das RE zur Verfügung stellten!

Freitag, 4. Juli 2014

[Rezension #28] Der Fall Eduard Einstein von Laurent Seksik

Kurzinformation


Titel: Der Fall Eduard Einstein
Autor: Laurent Seksik
Seiten: 327 Seiten
Preis: 18,99€
Verlag: Blessing Verlag
ISBN: 978-3-89667-520-0



Klappentext

Als Eduard Einstein wegen unkontrollierbarer psychotischer Anfälle in eine Heilanstalt bei Zürich eingewiesen wird, lebt und forscht sein Vater in Berlin. Albert Einstein hat neu geheiratet und ist auf der Höhe seines Ruhmes als Naturwissenschaftler. Nur ein einziges Mal findet er noch Gelegenheit, seinen Sohn zu besuchen, der sich tief verkannt fühlt.


Meine Meinung

Auch in Walsers Augen haben Berühmtheit und die Tatsache, dass man gelesen und verehrt wird, nur wenig Bedeutung.“ (S. 298)

Der Fall Eduard Einstein“ ist ein Roman größtenteils über das Leben des an Schizophrenie erkrankten Sohnes des berühmten Naturwissenschaftler. Immer wieder werden aber auch Szenen aus dem Leben und der Gedankenwelt seiner Eltern – Mileva Maric und Albert Einstein – geschildert, die Eduards Leiden aus einer anderen Sicht widerspiegeln.
Das gesamte Werk beruht außerdem auf Tatsachen und ist somit nicht sehr fiktiv. Dadurch liest es sich an einigen Stellen etwas schwierig und lässt sich auch nicht als spannend bezeichnen, doch auf seine Art und Weise ist dieser Roman wirklich gut gelungen.
Er bietet nicht nur einen Überblick über das private Leben der Familie Einstein, sondern auch über die damalige Wissenschaft und die Behandlungsmethoden im Bereich der Geisteskrankheiten. Berühmte Persönlichkeiten wie Sigmund Freud oder Oppenheimer finden Erwähnung durch ihre Verbindung zu Albert Einstein.

Sein ganzes Leben war ein Kampf, um die Ordnung der Dinge zu verändern. Nichts kann Eduards Unordnung ändern.“ (S. 292)

Besonders spannend empfand ich persönlich, wie Albert Einstein zu seinem Sohn Eduard stand. Die Beziehung wird in meinem Augen als sehr schwierig beschrieben, da der Vater sich nicht mit der Krankheit des Sohnes abfinden kann. Immer wieder wird wieder wird beschrieben, dass Einstein den Grund für die Krankheit auf Familie seiner Exfrau Mileva schiebt, deren Schwester in der gleichen Anstalt behandelt wurde, wie Eduard später.
In meinen Augen wird deutlich, dass Einstein mit seiner Einwanderung in die Vereinigten Staaten nicht nur vor dem Nationalsozialismus in Deutschland geflohen ist, sondern auch vor der Konfrontation mit seinem Sohn, der ein sehr schlechtes Bild von seinem Vater entwickelt hat. Dies erklärt sich für mich dadurch, dass er seine Mutter sehr geliebt hat und seinem Vater die Schuld für die Scheidung gab.

Das bedeutet, dass ich dreiundzwanzig Jahre mit einem nahestehenden Vater und zweiundzwanzig Jahre ohne einen nahestehenden Vater gelebt habe. Nun frage ich Sie, der Sie in Mathematik genauso bewandert sind wie in Philosophie: Kann man sagen, dass ich einen nahen Angehörigen verloren habe?“ (S. 311)

Der Autor schlägt zum Ende hin einen deutlichen Bogen zur letzten Begegnung zwischen Eduard und seinem Vater zweiundzwanzig Jahre zuvor, sodass die Handlung dadurch inhaltlich abgeschlossen und schlüssig wird. Es scheint beinahe, als würde der Sohn seinen Vater nun verstehen können, auch wenn das durch Eduards Krankheitsbild doch schwer vorstellbar ist.

An einigen Stellen ergaben sich für mich einige Unstimmigkeiten. So war ich bis zur Hälfte des Buches davon überzeugt, dass Eduard der ältere und Hans Albert der jüngere Sohn Einsteins war, obwohl sich im Nachhinein herausstellte, dass es genau andersherum war. Außerdem tauchte zum Ende hin plötzlich eine „Margot“ als Einsteins Schwiegertochter auf, während Hans Alberts Frau zuvor auf den Namen „Frieda“ hörte.
Von Zeit zu Zeit behandelt „Der Fall Eduard Einstein“ eine sehr große Zeitspanne in der wenig Text, was zunächst für Verwirrung sorgte. Insgesamt schildert der Roman eine Zeit von vierunddreißig Jahren und die Zeitsprünge werden nicht immer gleich deutlich.
Bis auf diese Punkte konnte der Roman mich allerdings voll und ganz überzeugen. Es ist eine interessante Schilderung über das Leben der Familie Einstein oder eher über den „Untergang“ der Familie Einstein, den ich sehr gerne gelesen habe.


Dienstag, 17. Juni 2014

[Rezension #27] Skulduggery Pleasant: Der Gentleman mit der Feuerhand von Derek Landy

Kurzinformation

Titel: Skulduggery Pleasant 01 – Der Gentleman mit der Feuerhand
Autor: Derek Landy
Seiten: 344 Seiten
Preis: 9,95€
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3-7855-7268-9



Klappentext

Er ist kein gewöhnlicher Detektiv. Er ist Zauberer und Meister der kleinen schmutzigen Tricks, und wenn die Umstände es erfordern, nimmt er es mit dem Gesetz nicht so genau. Er ist ein echter Gentleman. Und … er ist ein Skelett. Als Stephanie Skulduggery Pleasant das erste Mal sieht, ahnt sie noch nicht, dass sie ausgerechnet mit ihm eines ihrer größten Abenteuer erleben wird. Denn um den mysteriösen Tod ihres Onkels aufzuklären, muss sie Skulduggery in eine Welt voller Magie begleiten – eine Welt, in der mächtige Zauberer gegeneinander kämpfen, Legenden plötzlich zum Leben erwachen und in der das Böse schon auf Stephanie wartet …


Meine Meinung

Diese Buchreihe gehört zu denen, die ich schon sehr lange ins Auge gefasst hatte. Da ich den ersten Band letztes Jahr sehr billig erstehen konnte, war der Grundstein nun auch schon einmal gelegt und diesen Monat habe ich endlich zu diesem Buch gegriffen.
Grob gesagt kann ich sagen, dass der Einstieg mir sehr gut gefallen hat. Da es sich hier eindeutig um ein Buch für junge Leser handelt, lässt der Roman sich sehr flüssig lesen, die Sprache ist einfach und Beschreibungen sind größtenteils sehr einfach gehalten.
Allerdings ergeben sich im Zuge dessen für mich einige Unschlüssigkeiten. So zieht Stephanie sich eine Verletzung am Bein zu – was an sich völlig in Ordnung ist, doch wenn man bedenkt, dass sie gerade zwölf Jahre alt ist, geht der Autor nicht darauf ein, was ihre Eltern dazu sagen, denn diese haben schließlich keine Ahnung von ihrem Abenteuer mit Skulduggery.

Eigentlich ist dies aber auch mein einziger Kritikpunkt, denn abgesehen davon gestaltet sich die Handlung für mich sehr schlüssig. Mir gefällt die „Zauberwelt“, die Landy erschaffen hat und die verschiedenen Charaktere grenzen sich deutlich voneinander ab. Allerdings würde ich mir wünschen, dass in den folgenden Bänden noch etwas mehr auf die „Verbündeten“ von Skulduggery eingegangen wird.
Landy verbindet eine tolle, auf seine Art neuartige Handlung mit einem humorvollen, leichten Schreibstil. Die Handlung ist trotz des Jugendgenres actionreich und hält den Leser in der Geschichte gefangen, bis die letzte Seite gelesen ist.

Ein Punkt, der mir an diesem Buch weiterhin sehr gut gefällt ist die Covergestaltung. Der Titel ist leicht hervorgehoben, während im Hintergrund ein Bild von Skulduggery zu sehen ist. Dies entspricht auch genau der Beschreibung, die im Buch immer wieder gegeben wird.

Alles in allem gibt es bis auf die anfänglich beschriebene Unschlüssigkeiten nichts, was ich an diesem Buch bemängeln könnte. Ein für mich sehr spannender und empfehlenswerter Reihenauftakt und das Verfolgen dieser scheint sich in meinen Augen wirklich zu lohnen.



Mittwoch, 11. Juni 2014

Arvelle: Fluch und Segen eines jeden Bücherliebhabers

Jeder kennt es: Man hat eigentlich Bücher genug und weiß schon gar nicht mehr, wie man mit dem Lesen hinterher kommen soll. Zumindest ist das mein größtes Problem. Trotzdem sehe ich mich immer wieder auf einschlägigen Websites um, um nach neuen Büchern zu suchen, denn es ist doch irgendwo auch ein ständiges Bedürfnis, das „Neueste vom Neuesten“ zu lesen oder auch nur zu besitzen.

Leider gehen Bücher aber auf Dauer auch ziemlich ins Geld, wenn man sie neu kaufen möchte oder muss. Dabei kann zumindest ich von mir behaupten, dass mich kleine Macken oder Leserillen nicht stören, da ein Buch für mich auch gelesen aussehen darf.

Wen es aber stört, der findet in „Arvelle“ eine gute Alternative. Dieser Shop vertreibt größtenteils sogenannte ME's – Mängelexemplare. Und jeder, der schon einmal in der Buchhandlung die Büchertische durchwühlt hat, weiß, wie diese sogenannten „Mängel“ aussehen. Kleine Eindrücke im Klappentext oder ähnliche Kleinigkeiten.
Ich denke, dass das wirklich eine gute Alternative ist, da man wenigstens in etwa weiß, was man bekommen wird. Und ehrlich gesagt finde ich, dass man so etwas auch einfach einmal akzeptieren kann, wenn man das Buch dafür um einiges billiger bekommen kann, als in der makellosen Neuausgabe. Natürlich wird aber auch dort die Möglichkeiten geboten, Ausgaben, die nicht als Mängelexemplare deklariert wurden, zum Normalpreis zu erstehen, doch ich denke, dass gerade die Möglichkeit ME's oder Restauflagen zu einem günstigeren Preis zu erstehen, den Reiz dieses Shops ausmacht.

Wenn ihr neugierig auf Arvelle geworden seid, könnt ihr den Shop unter dieser Adresse finden:


Schaut doch einfach mal vorbei und bildet euch eure eigene Meinung zu diesem, wie ich finde, grandiosen Shop.

Dienstag, 10. Juni 2014

[Rezension #26] Kind 44 von Tom Rob Smith

Kurzinformation

Titel: Kind 44
Autor: Tom Rob Smith
Seiten: 509 Seiten
Preis: 9,95€
ISBN: 978-3-442-47207-9



Klappentext

Moskau, 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …


Meine Meinung

Nachdem bei meiner letzten reBuy-Bestellung auch endlich der erste Teil dieser Trilogie mitbestellt wurde, hab ich ihn auch recht schnell gelesen, weil der Roman mich schon lange interessiert hat. Der historische Hintergrund und die Thematik der Verbrechen im Kommunismus hörten sich einfach spannend an, zumal es für mich auch wieder eine ganz neue Art von Krimi war. Ich bin ja eigentlich kein großer Fan, historischer Romane, aber da dieser in der Zeit dann doch nicht so schrecklich weit zurück lag, war es auch wieder etwas anderes.

Nichts ist störrischer als die Wahrheit. Deshalb hasst ihr sie so. Sie beleidigt euch. Deshalb kann ich euch zur Weißglut bringen, indem ich einfach nur sage: Ich, Anatoli Tarasowitsch Brodsky, bin Tierarzt. Meine Unschuld beleidigt euch, weil ihr wollt, dass ich schuldig bin. Und ihr wollt, dass ich schuldig bin, weil ihr mich verhaftet habt.“ (S. 104)

Insgesamt lässt sich allerdings sagen, dass der Autor den Fokus auf den fiktiven Protagonisten Leo Demidow legt. Für mich wird er deutlich als der tragische Held dargestellt – auch immer wieder im Verlauf der Handlung, denn Leo schafft es, sich und seine Frau Raisa aus allerhand kritischen Situationen zu befreien, sodass sie ihre große Aufgabe, die Aufklärung der Morde an den Kindern, vollenden können.
Dabei entwickelt sich die Spannung in meinen Augen nur sehr langsam. Mit dem Prolog war ich sehr zufrieden und ich hatte damit gerechnet, dass es so interessant bleiben würde, aber zunächst einmal stand der Prolog doch in keinem Zusammenhang zur folgenden Handlung. Lange Zeit scheint sich wirklich gar nichts zu entwickeln. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Handlung künstlich in die Länge gezogen wird, da alle vollzogenen Schritte im Endeffekt doch einen Sinn ergeben, wenn man das Ende betrachtet – beispielsweise Leos Degradierung – aber während des Lesens stellt man sich des öfteren die Frage, wieso dies oder jenes gerade so wichtig ist.

Jetzt beugte er sich vor, nahm noch eine Stecknadel aus der Schachtel und steckte sie mitten in Moskau ein. Arkadi war Kind Nr. 44.“ (S. 326)

Was mich dann aber doch sehr gefreut hat, war die Tatsache, dass es alles sehr realistisch auf mich wirkt und auch von der Historie scheint es zumindest für mich weitesgehend schlüssig zu sein – was natürlich nicht bedeutet, dass es das auch hundertprozentig ist!
Jedenfalls war auch die Thematik für mich sehr gut gewählt, da ich persönlich noch keinen Roman gelesen habe, der im kommunistischen Russland seinen Schauplatz hat.
Vor allem im Prolog und den Sequenzen, in denen es direkt um den Mörder der Kinder geht, finde ich, dass Smith eine unglaublich realistische Atmosphäre schafft, sodass der Roman mich im Endeffekt doch überzeugen konnte.

Freitag, 6. Juni 2014

[Rezension #25] Am seidenen Faden von Joy Fielding

Kurzinformation

Titel: Am seidenen Faden
Autor: Joy Fielding
Seiten: 411 Seiten
Preis: 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-44244370-3



Klappentext

Wie schön könnte das Leben für Kate Sinclair in ihrem Traumhaus in Palm Beach sein. Doch die wohlgeordnete Welt der erfolgreichen Familientherapeutin zeigt Risse: Ihre ältere Tochter rebelliert, ihre Mutter terrorisiert die Umwelt. Und ihre exzentrische Halbschwester Jo Lynn verkündet öffentlich, sie wolle einen Mann heiraten, dem die Ermordung von dreizehn Frauen zur Last gelegt wird. Plötzlich sieht Kate sich und ihre Familie hineingezogen in die nachtschwarze Welt eines unberechenbaren Psychopathen.


Meine Meinung

Die Romane von Joy Fielding haben mich persönlich als Leser immer schon fasziniert. Nun, da ich meine erste Rezension zu einem ihrer Romane schreibe, habe ich mich lange gefragt, warum das eigentlich so ist. In meiner Rezension will ich nun versuchen, meine Beweggründe in Worte zu fassen.
Zuallererst finden sich in Fielding's Romanen immer sehr starke, facettenreiche Frauen in der Rolle des Protagonisten. In diesem ist es Kate Sinclair - Familientherapeutin, verheiratet, zwei Kinder. Ihr gegenüber steht ihre Halbschwester Jo Lynn, die zwar nach außen hin sehr tough wirkt, sich am Ende aber doch als eher anders zeigt – jede weitere Erklärung wäre ein Spoiler.
Ich habe oft gelesen, dass die Rolle der Protagonistin nicht authentisch wirkt, da sie als Therapeutin ihr Privatleben mit ihrer pubertierenden Tochter viel besser auf die Reihe bekommen müsste und auch nicht so oft mit ihrem Mann in Streit verfallen würde, doch gerade das zeigt für mich eine Art Menschlichkeit, die jemanden in diesen Berufen wohl oft abgesprochen wird.
Für mich ist Kates Rolle sehr stimmig und auch die Art, wie sie sich mit Colin Friendly's Fall befasst, erscheint mir nicht zu weit hergeholt.

Auch dies ist etwas, was ich an Fielding's Romanen schätze. Sie sind nicht nach dem üblichen Prinzip aufgebaut – das heißt, es gibt keinen Polizisten, Ermittler, Detektiv in der Rolle des Protagonisten, woraufhin es alles viel persönlicher wirkt. Fielding schreibt über die Betroffenen, die, die sich „mittendrin“ befinden.

„Am seidenen Faden“ ist als eine Art Bericht verfasst worden, den Kate Sinclair an die Polizei verfasst – quasi nach dem Ende des Buches. Allerdings gibt es keine Erzählerrolle, die in diesen Bericht eingreift. Die Handlung verläuft flüssig, als würde sie aktuell geschildert. Dadurch, dass Kate Sinclair aber sehr in den behandelten fall von Colin Friendly, einem Mörder, verstrikt ist, setzt der Roman sich sehr lange mit der Geschichte ihrer Familie auseinander. Zwischenzeitlich kam es mir sehr langwierig vor, doch betrachtet man die Handlungsabfolge noch einmal nach Abschluss des Romans, macht es in meinen Augen doch Sinn.
Fielding's Charaktere sind alle sehr facettenreich und schlüssig „konstruiert“. So war mir besonders die langsam an Alzheimer erkrankende Mutter der Protagonistin aus irgendeinem Grund sehr sympathisch.

Für mich besteht kein Zweifel, dass Joy Fielding mit diesem Roman wieder ein sehr gutes, aber auch psychisch „hartes“ Werk geschaffen hat. Es gibt einige Sequenzen mit geschilderten Albträumen, die mir doch ab und zu eine Gänsehaut über den Rücken gejagt haben.


Sonntag, 1. Juni 2014

[Rezension #24] Easy von Christoph Wortberg

Kurzinformation

Titel: Easy
Autor: Christoph Wortberg
Seiten: 238 Seiten
Preis: 7,95€
Verlag: Gulliver
ISBN: 978-3-407-74241-4



Klappentext

Alles easy? Keinesfalls. Denn ab diesem Morgen ist plötzlich alles anders. Alex' Mutter weigert sich aufzustehen. Alex weiß nicht, wo ihm der Kopf steht. Die Zwillinge haben doch heute ihren ersten Schultag! Mit genialen Ideen und seinem ganz eigenen Humor versucht sich Alex durch die Krise zu tricksen. Doch wie lange kann er die pingelige Frau vom Jugendamt noch hinhalten? Wann werden die Nachbarn misstrauisch? Und wo zum Teufel steckt eigentlich sein Vater?


Meine Meinung

„Easy“ ist diese Art Gegenwartsliteratur, die ich wirklich schätze. Obwohl es keinen bedeutsamen Spannungsbogen zu vermelden gibt, lässt sich der Roman wirklich flüssig lesen und ist auf seine Art doch interessant. Der Leser taucht in eine Familie ein – Mutter und drei Söhne. Geschrieben ist der Roman aus der Sicht des ältesten Sohnes, Alex, der sich für eine Weile um alles kümmern muss. Denn seine Mutter hat ihren Job verloren und ist seitdem so verzweifelt, dass sie ihr Bett nicht mehr verlässt.
Für Alex, gerade im Teenageralter, beginnt damit eine harte Zeit. Der Leser merkt, wie er versucht, erwachsener zu werden und Verantwortung für seine jüngeren Brüder zu übernehmen, doch es bleibt doch immer noch ein bisschen der kindlichen Naivität.

Mit „Easy“ spiegelt Christoph Wortberg eine nur allzu alltägliche Situation für viele deutsche Familien wieder. Somit macht es auch Sinn, dass der Roman an keinem bestimmten Ort spielt, denn ein Schicksal, wie im Buch beschrieben, lässt sich meiner Meinung nach nur schwer auf einen einzigen Punkt manifestieren.

Mensch, Oma. Einfach auf Englisch – easy!“
Sie trug das Wort ein. Es passte.
Von da an nannte sie mich Easy. (S. 7)

Für mich als Leser war es teilweise schön, mitzuerleben, wie Alex sich durchsetzt, beispielsweise bei der Frau vom Jugendamt. Er schafft es, dass sie seine Mutter nicht zu Gesicht bekommt, wie sie tagelang im Bett liegt. Für mich als Leser war es beinahe ein Triumph, als sie im Endeffekt doof dasteht und ihr das Sorgerecht nicht entziehen kann.

„Easy“ ist ein wundervoller, aber gleichzeitig auch trauriger Roman. Er erzählt von einem Jungen, der um seine Familie kämpft und von einer Familie, die glücklich ist mit dem, was sie hat, auch wenn es eigentlich nicht viel ist. Er erzählt von Schamgefühl und Überwindung, von tiefer Trauer und einem neuen Anfang.




Lesemonat Mai + Leseplanung Juni

Der Mai war ein Monat großer Pläne und eher schwacher Umsetzung. Da ich bei der Glücksspiel-Challenge ein Ziel von 9 Büchern vor mir sah, hab ich mir viele dünne Bücher rausgesucht, damit ich das Ziel auch trotzdem schaffen kann. Allerdings war meine Motivation auch gleich wieder weg, als es hieß, dass die Challenge nicht fortgesetzt würde - leider.
Somit hab ich meine 4 Bücher gelesen, was aufgrund meiner Prüfungswoche wohl auch gar nicht schlecht war.


1. Ein Mord für Kay Scarpetta - Patricia Cornwell (412 Seiten)
2. Vampirsohn - J.R. Ward (137 Seiten)
3. Easy - Christoph Wortberg (238 Seiten)
4. Am seidenen Faden - Joy Fielding (411 Seiten)

Insgesamt macht das eine Seitenzahl von 1198 Seiten, die ich im Mai abbauen konnte. Über die 31 Tage verteilt sind das gerade einmal 39 Seiten pro Tag.
Dafür gab es im Mai allerdings auch keine Neuzugänge, was ja schon einmal ein Fortschritt ist. Der aktuelle Stand meines SUBs liegt damit zur Zeit bei 308 Büchern und ich hoffe, dieses Jahr noch einiges abbauen zu können.

Für den Juni habe ich auch gleich wieder ziemlich mutig geplant, aber da ich ja keine Schule mehr haben werde, kann ich dieses Ziel vielleicht sogar schaffen.

1. Kind 44 - Tom Rob Smith
2. Skulduggery Pleasant 01 - Derek Landy
3. Engel der Nacht - Becca Fitzpatrick
4. Lasst Knochen sprechen - Kathy Reichs
5. Blutspur - Kim Harrison
6. Die Jagd nach dem Millionendieb - Stefan Wolf
7. Das Orchideenhaus - Lucinda Riley
8. Interview mit einem Vampir - Anne Rice (re-read)

Liebe Grüße,
Karokoenigin.

Donnerstag, 29. Mai 2014

[Rezension #23] Vampirsohn von J.R. Ward

Kurzinformation

Titel: Vampirsohn
Autor: J.R. Ward
Seiten: 137 Seiten
Preis: 5,99€
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-52789-8



Klappentext

Für die toughe Anwältin Claire sind die Prioriäten klar gesetzt: die Karriere steht an erster Stelle in ihrem Leben. Für die Liebe bleibt da keine Zeit. Bis das Schicksal sie in die Arme des charmanten Vampirs Michael führt, der eine bisher unbekannte Leidenschaft in Claire entfacht …


Meine Meinung

„Vampirsohn“ ist eine zusätzliche Novelle zu Wards Black Dagger Reihe, sodass sie auch gleich auf meine Leseliste gehüpft ist und bei der letzten reBuy-Bestellung auch gleich mit musste. Allerdings habe ich dann doch etwas ganz anderes von dem Buch erwartet, als es im Endeffekt tatsächlich war. Für mich erschließt sich nicht wirklich ein Zusammenhang zur restlichen Welt der Black Dagger, noch nicht einmal was Michaels Vampirdasein angeht.
Für mich zeigen sich deutliche Unterschiede in der Darstellung Michaels und der der Bruderschaft aus der normalen Reihe. So lebt Michael von Menschenblut, das er einmal im Jahr bekommt, da seine Mutter mit Hilfe des Butlers Frauen für ihn entführen lässt.
Weitere Unschlüssigkeiten ergeben sich für mich, weil nicht wirklich geklärt wird, „was“ der Butler nun wirklich ist. Es wird des öfteren erwähnt, dass er kein normaler Mensch sei, doch eine wirkliche Erklärung bleibt die Autorin schuldig.

Trotzdem ist die Novelle in Wards typischen Art geschrieben und es geht das ein oder andere Mal wirklich heiß her zwischen Michael und Claire, aber trotzdem kann es für mich nicht an die Black Dagger Reihe an sich herankommen. Ich hatte etwas erwartet, dass irgendwie einen Überblick über die Geschichte der Bruderschaft gibt oder wenigstens inhaltlich irgendwie damit zusammenhängt, doch diese Aspekte fehlen in der Novelle grundlegend.

Alles in allem ist „Vampirsohn“ zwar ein nettes Buch für zwischendurch, aber für mich persönlich war es eigentlich nichts. Aufgrund der kurzen Form gab es in meinen Augen keinen wirklichen Spannungsbogen und die großen Zeitsprünge haben mir persönlich nicht gefallen. Das Buch hat teilweise praktisch keinen Inhalt und das Finale lässt in meinen Augen auch zu wünschen übrig. Wie gesagt fehlt mir der sichtbare Bezug zur eigentlichen Buchreihe, denn so steht die Novelle für mich einzeln da, praktisch ohne Zusammenhang.
Trotzdem habe ich mich zumindest einigermaßen unterhalten gefühlt, sodass die Zeit nicht komplett verschwendet war. Ich werde aber doch lieber wieder zur eigentlichen Buchreihe greifen, um sie endlich fortzusetzen.


Dienstag, 27. Mai 2014

Gemeinsam Lesen #7

Nach ganz schön langer Abstinenz bin ich auch nochmal bei "Gemeinsam Lesen" dabei und werde mich nun den vier Fragen stellen!




1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Aktuell lese ich "Am seidenen Faden" von Joy Fielding. Gerade eben habe ich auf Seite 74 aufgehört.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Dann gibt es also kein Problem?", fragte meine Schwester und sprang schon auf.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Ich mag schon sehr lange Joy Fieldings Art zu schreiben und ihre stets weiblichen Protagonisten waren auch mit ein Grund dafür, dass ich nach einer kurzen Leseflaute und nach den Prüfungen zu einem ihrer Romane gegriffen habe. Es ist spannend und irgendwie immer abgründig.

4. Du darfst den Hauptcharakter deines aktuellen Buches an einen Platz aus deiner Welt mitnehmen (dein Zimmer, Natur, Stadt, eine bestimmte Straße, ein bestimmter Ort), welcher wäre das und warum?
Ich würde mir Kate schnappen und sie mitnehmen auf ein Konzert, damit sie sich einfach ein bisschen entspannt und lockerer wird. Sie scheint mir ziemlich spießig zu sein, aber vielleicht ändert sich mein Eindruck im Laufe der Lektüre auch noch einmal komplett.


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Montag, 12. Mai 2014

[Rezension #22] Ein Mord für Kay Scarpetta von Patricia Cornwell

Kurzinformation

Titel: Ein Mord für Kay Scarpetta (Kay Scarpetta #2)
Autor: Patricia Cornwell
Seiten: 412 Seiten
Preis: 8,95€
ISBN: 978-3442471645



Klappentext

Dr. Kay Scarpetta, Chief Medical Examiner in Richmond, Virginia, wird in einen besonders aufsehenerregenden Fall verwickelt: Die erfolgreiche Schriftstellerin Beryl Madison ist bestialisch ermordet worden. Und obwohl sie sich schon seit längerem bedroht fühlte, hat sie ihren Mörder anscheinend freiwillig ins Haus gelassen. Scarpettas einziger Anhaltspunkt ist ein verschwundenes Manuskript, an dem Beryl lange gearbeitet hat. Sein brisanter Inhalt scheint kostbarer zu sein als ein Menschenleben ...


Meine Meinung

Mir hat der zweite Band der Kay Scarpetta Reihe wirklich sehr viel Spaß bereitet – wenn ich ehrlich bin, sogar ein bisschen mehr, als Band 1 noch, da alles etwas schneller wirkte. Patricia Cornwell hat es geschafft, den Leser etwas näher an die Protagonistin Kay Scarpetta heranzuführen, da wir weitere Details aus ihrem vergangenen Leben erfahren, indem die Autorin Mark James, ein Ex-Freund, auf den Plan ruft. In diesem Rahmen gefällt es mir wirklich sehr gut, dass der Roman aus der Sicht der Protagonistin erzählt wird, da man viele Eindrücke gewinnt durch ihre Gedanken.

Wie bereits im ersten Band der Reihe enthält die Handlung viele Wendungen und es werden immer wieder neue Verdächtige gefunden. Zunächst soll es der Autor Cary Harper sein, der das Opfer Beryl Madison unterstützte und ihr zu ihrem Erfolg verhalf, nun aber verärgert ist, da sie an einer Biografie über ihn arbeitet. Lange scheint unklar, worum es darin gehen soll und was Beryl Madison ans Tageslicht bringen könnte, außerdem ist auch das Manuskript verschwunden. Genau dieses scheint aber die Schnittstelle zu sein, die zur Lösung des Falles benötigt wird.
Als weiterer Verdächtiger wird aber auch Robert Sparacino gesehen, der ebenfalls mit allen Mitteln das Manuskript der Biografie in die Finger bekommen möchte ...

"Ich bin zu alt, um Glück, Gesundheit und neue Beziehungen zu suchen. Mich beseelt die Vergangenheit. In ihr lebe ich. Sie sind noch jung, Dr. Scarpetta. Irgendwann einmal werden sie begreifen, was es bedeutet, nach rückwärts zu schauen." (S. 163)

In diesem Roman kommt mir die Protagonistin mit einem Mal viel „weicher“ vor. Sie beschäftigt sich auf eine ganz andere Art mit den Zeugen und scheint nicht mehr ganz so ehrgeizig zu sein, wie noch im ersten Band, in dem sie für mich nicht wirklich eine Persönlichkeit besaß. Diesmal gestalten sich die menschlichen Interaktionen viel ausgedehnter, was mir als Leser viel besser gefällt.
Auffällig finde ich persönlich allerdings doch, dass das Finale beider Romane in Scarpettas Haus stattfand und sie dort dem Täter gegenüberstand und schließlich überwältigte. Dies trübt für mich in gewisser Weise Scarpettas „Echtheit“, da sie schließlich nicht bei der Polizei beschäftigt ist. Dieser kleine Punkt konnte mich aber doch nicht davon abhalten, wirklich begeistert von diesem zweiten Teil der Reihe zu sein. Ich hoffe inständig darauf, dass die folgenden Bände ebenso spannend werden!


Freitag, 9. Mai 2014

[Kurzrezension #4] Harry Potter und der Stein der Weisen von Joanne K. Rowling

Kurzinformation

Titel: Harry Potter und der Stein der Weisen
Autor: Joanne K. Rowling
Seiten: 335 Seiten
Preis: 7,99€
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551551672



Meine Meinung

Ich hab mich wirklich ganz schön lange dagegen gewehrt, mit der bekannten Harry Potter Reihe anzufangen, aber vor kurzem habe ich es dann doch gemacht und war wirklich mehr als positiv überrascht. Zwar hatte ich schon vorher eigentlich nur Gutes darüber gehört, aber hatte immer damit gerechnet, dass es gar nichts für mich persönlich ist.
Meine Meinung habe ich jetzt aber geändert.
Joanne K. Rowling hat einen herrlich einfach und zugleich spannenden Schreibstil, der mich nur so durch die Seiten fliegen ließ. Gleichzeitig fasziniert es mich, wie sie ihre Charaktere erschafft und ihnen Leben einhaucht. Jeder dieser Charaktere hat, ob gut oder böses, irgendetwas an sich, was den Leser fesselt, wie ich finde.
So hat mich beispielsweise Snapes erstes Auftreten ganz schön erschrocken, aber natürlich hat sich das Bild zum Ende noch einmal ganz verändert. Genau das gefällt mir auch sehr an diesem Roman, da alles sehr undurchsichtig scheint und ein gerechtes Urteil dadurch eher verhindert.
Trotzdem ist mir persönlich aufgefallen, dass es auch wunderbar durchschaubare Charaktere gibt, die für Harry, sowie für den Leser eine Art Erholung darstellen. Dazu zähle ich beispielsweise Ron Weasly, aber auch Hagrid, den ich wirklich vom ersten Moment an in mein kleines Leserherz schließen konnte.

Mein vorheriges gefährliches Halbwissen, wie ich es gerne nenne – ich habe damals gezwungenermaßen einmal in den ersten Film reingesehen – hat sich ein bisschen aufgeklärt, aber ich habe bereits gemerkt, dass da wohl noch ganz schön viel folgen wird und dieser erste Band im Grunde keinen Abschluss in sich bildet. Den zweiten Band habe ich also auch gleich für den Monat Mai eingeplant und freue mich auch schon darauf.

Die Beziehung, die die Autorin zwischen ihren Charakteren und dem Leser aufbaut, ist etwas, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Man möchte die ganze Zeit auf irgendeine Weise dazwischen gehen, weil man bereits ahnt, dass es für Harry und seine Freunde keine guten Folgen nach sich ziehen wird, aber leider geht das ja nicht. Für mich war es teilweise ein bisschen, wie ein hilfloses Zusehen.

Auch wenn der erste Band durch die sehr jungen Charaktere ein Buch für die jungen Leser darstellt, konnte es auch mich mit beinahe 20 noch packen und begeistern. Ehrlich gesagt ist es für mich ein bisschen schockierend, dass ich mich erst jetzt dafür begeistern konnte. Wie dem auch sei, „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bekommt von mir natürlich volle 5 Herzen für eine spannende Handlung, tolle Charaktere und eine Geschichte voller unerwarteter Wendungen.


Dienstag, 6. Mai 2014

[Rezension #21] Dinge, die verschwinden von Jenny Erpenbeck

Kurzinformation

Titel: Dinge, die verschwinden
Autor: Jenny Erpenbeck
Seiten: 95 Seiten
Preis: 7,99€
Verlag: btb Verlag
ISBN: 978-3-442-74069-7



Klappentext

Sperrmüll. Jugend. Öfen und Kohle. Männer. Jahre. Freundinnen. Socken. Der Palast der Republik. Vielfältig und zahlreich sind die Dinge, die verschwinden können. Jenny Erpenbeck hat einunddreißig davon in kleinen, hinreißenden Miniaturen versammelt.


Meine Meinung

Erpenbeck schafft es, in unter 100 Seiten einen wundervollen, vielfältigen Roman zu verfassen, dem man diesen Inhalt und diese Tiefsinnigkeit von außen wirklich kaum ansieht. Ich hatte von dem Roman auch wirklich mehr Humor erwartet. Zwar scheint alles auf den ersten Blick sehr lustig, aber eigentlich denke ich, dass vom Leser ein Blick zwischen die Zeilen verlangt wird. So gibt es war viele Themen, deren „verschwinden“ sehr amüsant ist, wie zum Beispiel das Verschwinden der Socken, das vermutlich jeder kennt oder das Verschwinden des Sperrmülls, bevor er abgeholt werden konnte.
Andererseits thematisiert die Autorin aber auch sehr ernste Themen. Diese gehen vom Verschwinden des Warschauer Ghettos bishin zum Verschwinden der „Mitte von Nirgendwo“. Dabei bedenkt die Autorin Themen, die wohl jedem Leser irgendwoher bekannt sein müssen, wenn er sich nur etwas mit dem Buch beschäftigt. Jeder wird irgendwann in seinem Leben feststellen, dass das eigene Umfeld, sei es baulich oder oder auf der sozialen Ebene, verändern wird und jeder muss irgendwann feststellen, dass es ihm so eigentlich nicht gefällt und dass es „früher alles besser war“.

Obwohl mir das Buch inhaltlich sehr gut gefallen hat, finde ich die annähernd 8€ für nicht einmal ganz 100 Seiten ganz schön happig und hätte es mir wohl auch nicht zugelegt, wäre es denn kein preisreduziertes Mängelexemplar gewesen.
Die Autorin werde ich aber jedenfalls weiter im Blick behalten, auch wenn …

Sie „bestimmt […] auch […] schon einmal von der Theorie gehört [haben], dass der Autor verschw ...“ (S. 95)

Insgesamt bekommt das Buch von mir 4 Punkte, auch wenn es inhaltlich wirklich die volle Punktzahl verdient hätte, finde ich den Preis doch ein bisschen unverschämt und finde, dass er in der Wertung bedacht werden sollte.